Produktion der Plaisiranstalt!

Sven Kaschte und Klaus Huhle | Parzival | Plaisiranstalt | © Anna Stöcher

© Anna Stöcher

Parzival

„Gewalt ist Analphabetentum der Seele.“

Rita Süssmuth

 

Parzival will ein Ritter werden.

Er will nicht mehr wohlbehütet sein. Er will nicht mehr, dass ihn seine Mutter vor allen und allem beschützt. Parzival will hinaus aus dem sicheren Wald und endlich in der großen weiten Welt seine eigenen Abenteuer bestehen.

Gawan nimmt sich seiner an und lehrt ihn, was es heißt, ein Ritter zu sein: Kämpfen, anderen Angst machen, nicht zulassen, wenn wer frech zu ihm ist, keine Fragen stellen, weil dann die Menschen denken könnten, er ist dumm … Gawan lehrt Parzival, seinen Mann zu stehen.

Auf seiner ganz persönlichen Suche nach dem Gral entdeckt Parzival nach und nach seinen eigenen Weg jenseits von Gewalt und stumpfem Befolgen althergebrachter Regeln und Lektionen, wie man zu sein hat.

Parzival. Ab 8 und für alle
Dauer: 60 Minuten
Schauspiel

Autor: Raoul Biltgen
Regie: Paola Aguilera
Schauspieler: Klaus HuhleSven Kaschte
Produktionsleitung: Barbara Schubert
Dramaturgie: Guido Mentol
Regieassistenz: Lisa Furtner
Bewegungscoach: Aleksandar Acev
Hospitanz: Emily Richards

nominiert für Stella 18

Die Produktion PARZIVAL ist nominiert für Stella 18 in der Kategorie „herausragende Produktion für Kinder“, der Parzival-Darsteller Klaus Huhle ist nominiert für die „herausragende darstellerische Leistung“.

Mehr Infos zu Stella 18.

 

Vorstellungen

 

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Fotos

Klaus Huhle und Sven Kaschte | Parzival | Plaisiranstalt | © Guido Mentol

Klaus Huhle und Sven Kaschte | Parzival | Plaisiranstalt | © Guido Mentol

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Sven Kaschte, Klaus Huhle | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle, Sven Kaschte | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Parzival | Klaus Huhle, Sven Kaschte | Plaisiranstalt | © Barbara Pálffy

Presse

Theresa Luise Gindlstrasser, jungekritik.com, 13.3.2918

Parzival, ein Zeitgenosse

Parzival /// von Plaisiranstalt /// Dschungel /// 8+ /// Theresa Luise Gindlstrasser ///

„Ich will Ritter werden“, trotzt Klaus Huhle als Parzival. Führt Sven Kaschte als Gawan, Ritter par excellence, sein Pferd (ein felliges Fahrrad), seine Rüstung (ein schwarzer Sweat-Suit mit goldenen Streifen), sein Können (Bäm! Zack!) und Benehmen (Ein Ritter stellt keine Fragen!) vor. Glänzt vor lauter Überlegenheit, grinst vor lauter Kraft und Kompetenz. Im Verlauf der 70-minütigen Produktion „Parzival“ in der Regie von Paola Aguilera nimmt sich Kaschte noch und noch eine Rolle vor – die Helikopter-Mutter, die Geliebte, König Artus, Hüter der Gralsburg Anfortas – und arbeitet sich mit Dialekten und Körperhaltungen in jeweils spezifische Komik hinein.

Parzival hingegen bleibt Parzival, bleibt der gegen sein Alter als jugendlicher Abenteurer besetzte Huhle. Erobert sich die Rüstung des roten Ritters und trägt fortan einen rosaroten Jumpsuit mit dazu passender Badehaube. Er will Ritter werden! Neugierige Aufregung und ängstlicher Trotz, tappst Huhle mehr nebenher von Abenteuer zu Abenteuer. Autor Raoul Biltgen hat den Parzival-Versroman von Wolfram von Eschenbach, zwischen 1200 und 1210 entstanden, von allem heldischen Hochmut entstaubt. Im raschen Klipp-Klapp der Dialoge kommt nicht nur der Schabernack zu allen Pointen, kommt auch die Eitelkeit und Tollpatschigkeit der Figuren ans Licht.

Am Ende – Parzival hat Anfortas nicht gefragt, warum er denn so leide und also seine Chance auf Erwerb des Grals verspielt – läuft die Moral von der Geschicht nicht bloß aufs Lernen von mitleidiger Aussetzung der ritterlichen Regeln hinaus, sondern auf ein umfassendes, anarchisches, alle ritterlichen Regeln in Verhältnis zu ihrer Sinnhaftigkeit setzendes „wir sind geboren, um frei zu sein“ von Ton Steine Scherben. Parzival, eine Coming-of-Age-Komödie par excellence.

Autor: Raoul Biltgen, Regie: Paola Aguilera, Dramaturgie: Guido Mentol, Bewegungscoach: Aleksandar Acev, Licht: Hannes Röbisch, Schauspiel: Klaus Huhle, Sven Kaschte.

Die Kritik zum Nachlesen auf jungekritik.com


Heinz Wagner, Kurier, 9.3.2018

Amüsantes Zerlegen von Helden-Mythen

Humorvolle Kritik an so manchen Erziehungsregeln in der „Parzival“-Version der Plaisiranstalt im Dschungel Wien.

Äußerst amüsant, aber doch nie klamaukhaft, wird in dieser „Parzival“-Version im Dschungel Wien der Heldenmythos aufs Korn genommen. Die Plaisiranstalt macht damit ihrem Anspruch, den sie in den Namen packte, alle Ehre – ein wahrhaftes Vergnügen sind die 70 Minuten.

Naiv-kindlich gegen Gewalt

In diesen kannst du Klaus Huhle als Parzival erleben, der in der Art eines naiven, kindlichen Clowns im besten Sinne, dabei ist, die/seine Welt zu entdecken. Begleiter von seinem Mitspieler Sven Kaschte, der in einige Rollen schlüpft: Als Mudder klammert sie/er so, dass jeder Baum, auf den der Junge auch nur klettern will, gefällt werden muss. Ob da noch was vom Wald in dem sie leben, übrigbleibt? Als Ritter Gawan, der mit Goldhelm auf seinem BMX-Rad auf die Bühne düst, macht er voll auf Ober-Macho, um den jungen Parzival dieses Rüstzeug zu vermitteln – „hey, was ‚ssss?!“ Obendrein mimt er noch den berühmten König Artus – in weiter Ferne sowie einen roten Ritter, den er besiegen muss, um sich dessen Rüstung anzueignen. Diese „Rüstung“, ein rosaroter Jump-Suit (Strampler für Erwachsene) macht das Heldenhaft-Sein so richtig lächerlich.

Suche nach dem eigenen Weg

Mit den „Lektionen“ auf dem Weg zum Ritter-Sein wie „keine Fragen stellen“ ebenso wie mit der „Helikopter“-Mutter, „ein richtiger Mann/Ritter muss gewalt(ät)ig sein“ werden so manch gängige Erziehungsregeln hinterfragt – alles immer mit Augenzwinkern, Humor oder fallweise eben auch lächerlich-Machen. Parzival kommt dem „heiligen Gral“, dem Ziel der Sage, erst näher, als er seinen eigenen Style, den Weg zu sich selbst findet – und das ganz ohne erhobenem Zeigefinger.

Die Kritik zum Nachlesen auf kurier.at

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